Sonntag, 30. Mai 2010
Beurre Blanc
„Beurre Blanc?! Was ist Beurre Blanc?!“ Kleiner Insider für die Filmkenner unter Euch J - aber im Ernst: Diese Stelle des Films, als Julia Child ihrer Schwester verkündet, sie habe den Chefkoch vom Soundso dazu gebracht, ihr das Rezept von „Beurre Blanc“ zu verraten, ihre Schwester dann die obigen Fragen stellt und Mrs. Child (bzw. großartig gemacht durch die Synchronsprecherin von Meryl Streep) dann in einem Tonfall á la ‚Was ist denn das für eine Frage?!’ antwortet: „Butter! In einer Weißwein-Essig-Reduktion!“ – einfach köstlich.

Meine Buttersoße, die ich heute zu Welsfilet und weißem Spargel servieren will, wird hoffentlich genauso köstlich. Vor dem Kochen lernte ich aus Mrs. Childs Text, dass die Sauce auch „Beurre Nantais“ genannt wird. Google sei Dank wusste ich dann kurze Zeit später, dass diese weiße Buttersauce eine Spezialität der Stadt Nantais – oder Englisch: Nantes – und dies eine Großstadt im Westen Frankreichs ist.

Die zweite Erkenntnis war, dass ich mit meiner Begleit-Auswahl zu Beurre Blanc goldrichtig lag. Im Film heißt es zwar „Man serviert sie zu Fisch!“, aber ich hatte mir schon gedacht, dass sie auch gut zu einigen Gemüsesorten passen müsste, z.B. Spargel. Dies wurde mir dann im Vorwort zum Rezept sogleich bestätigt und so gibt es neben Welsfilet heute auch Spargel zur Beurre Blanc. Apropos Vorwort: Ich werde die restlichen „Vorwörter“ ganz bestimmt auch noch übersetzen, nur wenn ich etwas aus dem Buch kochen will, geht das natürlich vor :)

Interessant ist übrigens der Französich/Englisch-Mix in Mrs. Childs Text. Zumindest verstehe ich das so, wenn sie z.B. zu Kalbsbraten „Sautés of veal“ sagt – anstatt „roast veal“.

Diese Sauce wird in 2 Varianten präsentiert: Einmal klassisch-langsam und einmal modern-schnell. Dies bezieht sich auf das Unterschlagen der Butter. Die Soße besteht eigentlich hauptsächlich aus Butter, was auch der Grund dafür ist, dass Mrs. Child sie zur Aufwertung einfacher Braten empfiehlt, aber gleichzeitig davor warnt, dass diese Buttersauce astronomisch – fast tödlich – fett machen. Was heißt das für uns? „Allein die Dosis macht dass Gift“: Bei gelegentlichem Genuss müssen wir nicht gleich eine Stunde mehr aufs Laufband!

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Sonntag, 23. Mai 2010
Sauce Hollondaise
Der Frühling ist da, der Spargel auch – endlich! Gestern habe ich auf dem Bauernhof in der Nähe ein gutes Pfund „Premium“-Spargel erstanden, buchstäblich kurz vor Toresschluss, denn der Verkauf findet in einer ehemaligen Scheune statt. Die kleinen Tetrapacks mit „Sauce Hollondaise“ ließ ich mit verächtlichem Blick wo sie waren: Ich habe schließlich Julia Child in Buchform zuhause, die mir ganz sicher zu einer makellosen Hollondaise verhelfen würde.

Heute der Schock: Kein Schneebesen im Haus! (Hatte ihn gestern zu meinem Sohn mitgenommen, wo zur Erdbeertorte frische Sahne gereicht werden sollte, jedoch weder Rührgerät noch Schneebesen vorhanden waren. Schlauerweise hatte der junge Mann dann aber Sprühsahne im Haus.) Kann man Sauce Hollondaise mit der Küchenmaschine herstellen? Ja, man kann! Mrs. Child hat die „elektrische Variante“ extra mit in ihr Kochbuch aufgenommen, sobald es Küchenmaschinen gab. Tausend Dank :)

Das Rezept tröstet gleich zu Beginn:
„Wenn Sie die Hollondaise gewöhnlich per Hand herstellen, könnten Sie die maschinell hergestellte Variante als von geringerer Qualität empfinden, was möglicherweise durch die vollständige Homogenisierung bedingt ist. Doch weil dieses Verfahren kinderleicht ist, spricht viel dafür.“

Ist das nicht goldig? „Keine Angst – die perfekte Konsistenz hat schon ihre Richtigkeit!“ Einmalig. Ebenso auch ein in Klammern gesetzter Hinweis, dass die Köchin womöglich nicht nur einen Spritzschutz für ihre Rührschüssel, sondern auch für sich selbst benötigt.

Und: Nein, natürlich kommt nach dem Vorwort nicht sofort das o.g. Rezept! Nach so viel Theorie und aus aktuellem Anlass hatte ich nur heute ganz einfach Lust, ein Rezept zu übersetzen. Denn: Es folgen noch massig weitere Vorwörter…

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Sonntag, 16. Mai 2010
Vorwort, die Letzte
Julia Childs Vorwort ist geschafft! Am Schluss ihres Vorworts zum 40-jährigens Jubiläum von „Mastering…“ begründet Mrs. Child erstens den Titel ihrer Sendung und erklärt zweitens, warum die französische Küche aus ihrer Sicht so wichtig und überragend ist. Sie meint, dass man praktisch alles kochen könne, wenn man französisch kochen kann. Nun folgt wahrscheinlich bei den meisten von uns die Assoziation: Na klar, denn so kompliziert wie die französische Küche ist ja sonst auch keine! Dem kann ich auch aus eigener Erfahrung widersprechen. Die französische Küche ist nicht schwierig, wohl aber sehr akkurat und fein.

„The French Chef“ schlägt zum Ende ihres Vorwortes richtig ernste Töne an und man merkt, dass im Titel ihres ersten Buches unbedingt das Wort ‚Kunst’ enthalten sein musste, denn als solche sieht Mrs. Child die französische Küche absolut und uneingeschränkt. Gleichwohl wird sie nicht müde zu betonen, dass jeder vor allem Übung und guten Willen braucht, um die französischen Kochkünste zu erlernen – und dass sie ihr Buch als Lehrbuch verstanden wissen möchte.

Am Schluss – und zu meinem großen Erstaunen – warnt Mrs. Child schließlich noch vor den Verführungen und Gefahren durch Butter und Schlagsahne. Und sie empfiehlt „ein vernünftiges System von kleinen Portionen, kein Nachschlag, keine Snacks und von allem ein bisschen.“ Und vor allem: Habt Spaß :)

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