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Sonntag, 2. Mai 2010
Die Fortsetzung des Films
ankes kochbuch, 08:12h
Im zweiten Drittel des Vorwortes gab es für mich reichlich Gelegenheiten, mir an nie gehörten Formulierungen die Zähne auszubeißen und Missverständnissen auf den Leim zu gehen.
„to our cause“ z.B. konnte ich über die Einzelteile nicht sinnvoll übersetzen – „für unsere Sache” ergab sich für mich schließlich intuitiv aus dem Sinn. Eigentlich im Nachhinein ganz leicht, aber bis mir dieses Licht aufging, dauerte es gewaltig. Dann missverstand ich „multiple quarters“ als „zahlreiche Unterkünfte“ – haha! Es ging um 25-Cent-Münzen (zum Telefonieren), die Simca und Julia in rauen Mengen bei Telefonaten mit der New Yorker Chefköchin Dione Lucas verbrauchten.
Mrs. Lucas war die erste Frau, die einen Abschluss am „Cordon Bleu“ in Paris machte, wo auch schon Simca und später Julia Unterricht genommen hatten. Vor dem 2. Weltkrieg arbeitete sie als Hotel-Küchenchefin in Hamburg und muss auch einmal für Hitler über die Zubereitung von gefüllten Täubchen geschrieben haben. Is’ mir schlecht… Nichtsdestotrotz war sie eine Art Vorgängerin von Julia Child, denn wie diese hielt auch Mrs. Lucas bereits Kochshows im Fernsehen ab während der späten 1940-er und der 1950-er Jahre. In ihrem New Yorker Restaurant veranstaltete sie einmal eigens für Simca und Julia eine Dinnerparty, bei der sie die Vorspeise und das Dessert zubereitete, während die beiden „Gourmandes“ den Hauptgang übernahmen. Warum aber kamen Julia und Simca überhaupt zu Dione Lucas nach New York?
Das war so: In dem jetzt übersetzten Teil des Vorwortes geht es um die Zeit nach Erscheinen des Buches, die Zeit also nach dem Ende des Films. Simca kam zum Verkaufsstart des Buches erstmals nach Amerika – nicht bereits während der Suche nach einem Verleger, wie es der Film erzählt – und hatte die revolutionäre Idee zu einer Leserreise, um den Verkauf anzukurbeln. Das muss für damalige Verhältnisse, zumal für Frauen und für ein Kochbuch, eine unerhörte Neuigkeit gewesen sein. Und es war ja nicht nur eine Lesereise, sondern vor allem eine Kochshow-Reise: Julia und Simca kochten meist in einer Vormittags- und einer Nachmittagsvorstellung. Dazwischen signierten sie ihre Bücher und empfingen das Publikum – während Paul in dieser „Mittagspause“ Geschirr und Gerätschaften spülte (mitunter auf winzigen Damentoiletten) und alles aufräumte. Aber ich schweife ab… Judith Jones, die Lektorin im Verlag Knopf, hatte auf Simcas Wunsch nach Abschluss der Lesereise die Bekanntschaft zwischen Dione Lucas und Simca sowie Julia hergestellt. Mrs. Lucas war eben eine absolute Koryphäe und eine Freundin von Freunden Simcas in Frankreich.
Dieser Teil des Vorwortes hat mir auch die Frage beantwortet, welches Gericht ich baldmöglichst als 2. Rezept aus dem Buch umsetzen will – das 1. war natürlich das Boeuf Bourguignon (bei mir allerdings irgendwie mehr Gulasch als Fleischtopf, aber überaus lecker). Und als nächstes koche ich „epaule d'AGneau viroflay“ – Lammschulter ohne Knochen mit einer Füllung aus Spinat und Pilzen. Mjammm!
„to our cause“ z.B. konnte ich über die Einzelteile nicht sinnvoll übersetzen – „für unsere Sache” ergab sich für mich schließlich intuitiv aus dem Sinn. Eigentlich im Nachhinein ganz leicht, aber bis mir dieses Licht aufging, dauerte es gewaltig. Dann missverstand ich „multiple quarters“ als „zahlreiche Unterkünfte“ – haha! Es ging um 25-Cent-Münzen (zum Telefonieren), die Simca und Julia in rauen Mengen bei Telefonaten mit der New Yorker Chefköchin Dione Lucas verbrauchten.
Mrs. Lucas war die erste Frau, die einen Abschluss am „Cordon Bleu“ in Paris machte, wo auch schon Simca und später Julia Unterricht genommen hatten. Vor dem 2. Weltkrieg arbeitete sie als Hotel-Küchenchefin in Hamburg und muss auch einmal für Hitler über die Zubereitung von gefüllten Täubchen geschrieben haben. Is’ mir schlecht… Nichtsdestotrotz war sie eine Art Vorgängerin von Julia Child, denn wie diese hielt auch Mrs. Lucas bereits Kochshows im Fernsehen ab während der späten 1940-er und der 1950-er Jahre. In ihrem New Yorker Restaurant veranstaltete sie einmal eigens für Simca und Julia eine Dinnerparty, bei der sie die Vorspeise und das Dessert zubereitete, während die beiden „Gourmandes“ den Hauptgang übernahmen. Warum aber kamen Julia und Simca überhaupt zu Dione Lucas nach New York?
Das war so: In dem jetzt übersetzten Teil des Vorwortes geht es um die Zeit nach Erscheinen des Buches, die Zeit also nach dem Ende des Films. Simca kam zum Verkaufsstart des Buches erstmals nach Amerika – nicht bereits während der Suche nach einem Verleger, wie es der Film erzählt – und hatte die revolutionäre Idee zu einer Leserreise, um den Verkauf anzukurbeln. Das muss für damalige Verhältnisse, zumal für Frauen und für ein Kochbuch, eine unerhörte Neuigkeit gewesen sein. Und es war ja nicht nur eine Lesereise, sondern vor allem eine Kochshow-Reise: Julia und Simca kochten meist in einer Vormittags- und einer Nachmittagsvorstellung. Dazwischen signierten sie ihre Bücher und empfingen das Publikum – während Paul in dieser „Mittagspause“ Geschirr und Gerätschaften spülte (mitunter auf winzigen Damentoiletten) und alles aufräumte. Aber ich schweife ab… Judith Jones, die Lektorin im Verlag Knopf, hatte auf Simcas Wunsch nach Abschluss der Lesereise die Bekanntschaft zwischen Dione Lucas und Simca sowie Julia hergestellt. Mrs. Lucas war eben eine absolute Koryphäe und eine Freundin von Freunden Simcas in Frankreich.
Dieser Teil des Vorwortes hat mir auch die Frage beantwortet, welches Gericht ich baldmöglichst als 2. Rezept aus dem Buch umsetzen will – das 1. war natürlich das Boeuf Bourguignon (bei mir allerdings irgendwie mehr Gulasch als Fleischtopf, aber überaus lecker). Und als nächstes koche ich „epaule d'AGneau viroflay“ – Lammschulter ohne Knochen mit einer Füllung aus Spinat und Pilzen. Mjammm!
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